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Standortbestimmung unseres neuen 1. - Saisonbeginn am 17.August 2014

Fussball: FC Hinwil - Cup =

Die Standortbestimmung nach dem "Sommer-Casting"

Hinwil und der Synergie-Effekt

Die Phrase ist so alt wie der Fussball. Im Cup gilt dem Vernehmen nach ein eigenes Gesetz. In der Regel berufen sich vor allem die Unterklassigen auf mögliche Abweichungen vom normalen Fahrplan. Sie proben dann und wann den Aufstand - so wie der FC Hinwil beim ersten Pflichttermin nach dem "Totalumbau" in der Sommerpause am kommenden Donnerstag gegen den Zweitligisten Dübendorf.

 

Die Rollen sind unzweifelhaft verteilt, der Weg der beiden Klubs ist in den letzten Jahren diametral anders verlaufen. Derweil für den FCH, zur Blütezeit in der höchsten Amateur-Liga engagiert, 2013 selbst der Sturz in die vorletzte Kategorie nicht mehr abzuwenden war, erholte sich der frühere Erstliga-Klub Dübendorf vom zwischenzeitlichen sportlichen Kollaps blendend - im letzten Juni verpasste der FCD den Aufstieg in die interregionale 2. Liga nur um Haaresbreite.

 

Unter der Leitung von (Spieler-)Trainer Sokol Maliqi hat sich der Stadt-Verein wieder für überregionale Aufgaben empfohlen. Der ehemalige Super-League-Professional (Luzern) und langjährige Challenge-League-Stürmer von Wil hat die Aufbauarbeit seines Vorgängers Robert Merlo - er führte den Verein von der Schwelle zur 5. Liga zurück aufs aktuelle Niveau - optimal fortgesetzt.

 

Von einer ähnlichen Entwicklung träumen sie auch in Hinwil. Nach dem kolossalen Absturz und einem längeren Stillstand ist zwar keine Flucht, aber zumindest ein Schritt nach vorne geplant. Dem latenten Personalmangel im Fanion-Team begegnete die Vereinsleitung nicht mit einer unüberlegten Einkaufstour, sondern mit einer Bündelung der Kräfte. Von der Zusammenlegung der 1. und 2. Mannschaft erhofft sich die Führungscrew primär einen gesunden Synergie-Effekt - quasi eine interne Fusion mit Signalwirkung für die jüngeren Generationen, die mehr als ein dauerhaftes Grümpel-Turnier-Level im Sinn haben.

 

Rückkehrer Mario Casamento, in den Neunzigerjahren beim FCZ und später als YB-Akteur auf der Suche nach dem grossen Fussballer-Glück, und sein erfahrener Assistent André "Höldi" Holdener coachen das nicht zu unterschätzende Projekt. Während der knapp vierwöchigen Vorbereitung sichtete das Duo ein (überraschend) monströses Kader von 42 Spielern. Das für Viertliga-Verhältnisse eher unübliche "Stammkader-Casting" erforderte von der zweiköpfigen Trainer-Jury frühzeitig ein hohes Mass an Flexibilität, zumal die Platzverhältnisse während der Sommerzeit ohnehin eher prekär sind.

 

Holdener demonstrierte seit dem "Relaunch" ohne jegliche finanzielle Balance-Akte nicht nur im teilweise dichten (Personen-)Verkehr auf dem Rasen ein gutes Augenmass, der Sport-Freak orchestrierte auch die Sprachenvielfalt im Trainingsblock nach der Neuausrichtung wunderbar. Den Brasilianer Bruno versorgte er mit portugiesischen Inputs, einem kanadischen Gast erklärte "Höldi" das taktische Grundschema 4-2-3-1 notfalls auch in englischer Sprache.

 

Multikulti hin, Dolmetscher-Qualitäten her, am Ende steht im Vordergrund, aus 42 vereinseigenen Probables eine funktionierende Equipe zu bilden - mit einer klar definierten Hierarchie, mit einem wassderdichten Konzept, mit einer erkennbaren Philosophie. Kurzum: Künftig soll das Leistungsprinzip dank verschärfter Konkurrenzsituation wieder erheblicher sein als auch schon, selbstverständlich ohne dabei den Spassfaktor auszublenden.

 

Im Knock-out-Wettbewerb kommt es nun zu einer ersten Standortbestimmung. Der Unterschied von zwei Klassen ist auch auf regionaler Ebene normalerweise beträchtlich, ein positives Ergebnis käme einem veritablen Coup gleich. Entsprechend flach hält der Trainer den Ball: "Ein gutes Spiel ist für uns nicht vom Resultat abhängig." Dübendorf betrachten die neu formierten Hinwiler als Supplément, die richtige Challenge beginnt drei Tage später - in Volketswil, im harten Meisterschafts-Alltag. "Der Start am Sonntag ist für uns wichtiger als der Cup!", gibt Casamento den Kurs unmissverständlich vor.