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Auszüge aus Presseartikeln

Bericht ZO vom Spiel FCH 1 - FCV 1 0:3 (0:0)

Der FC Volketswil hat seine Leaderstellung in der Oberländer Drittligagruppe 4 konsolidiert. Dank einem 3:0 Sieg in Hinwil liegt der FCV nun fünf Punkte vor den Verfolgern Pfäffikon und Gossau, die allerdings beide zwei Spiele weniger bestritten haben.

Gegen den Tabellenzehnten Hinwil mussten sich die Volketswiler lange gedulden, ehe ihr Sieg feststand. Das 1:0 erziehlte Fazli Haxhiu in der 75. Minute nach einem sehr umstrittenen Elfmeterentscheid. Hinwil, das zumindest in der ersten Hälfte das Spiel ausgeglichen gestaltet und in Torhüter Käppeli einen sicheren Rückhalt hatte,  vermochte auf den Rückstand nicht mehr zu reagieren. Statt sich noch einmal aufzubäumen, haderten die Hinwiler mit dem Referee. Volketswil nutzte dies und kam dank Velijai (80.) und dem aus einer Abseitsposition gestarteten Shahinaj (87.) noch zu zwei weiteren Treffern.  

  

23.04.04 | Interview Urs Meier

ZO/AvU: Urs Meier, Ihr Team verlor am Donnerstag das Sechspunktespiel gegen Wetzikon mit 2:3. Was waren aus Ihrer Sicht die Gründe für diese Niederlage?
Urs Meier: Wetzikon war gestern einfach die bessere von zwei eher bescheidenen Mannschaften. Wetzikon wollte den Sieg mehr als wir und hat auch verdient gewonnen.

Hinwil wartet in der Rückrunde immer noch auf den ersten Sieg. Ein Vollerfolg wäre mit Blick auf die Tabelle vonnöten ...
Das stimmt. Als Trainer werde ich allerdings den ersten Hinwiler Rückrundensieg nicht mehr erleben.

Wie meinen Sie das?
So wie ich es sage. Ich bin ab sofort nicht mehr Trainer in Hinwil.

Haben Sie Ihren Rücktritt angeboten?
Ja. Ich habe mich am Donnerstag so entschieden und gestern im Gespräch mit der Vereinsleitung die Trennung besiegelt. Ich war früher auch schon zwei-, dreimal kurz davor, habe mich dann aber jeweils zum Weitermachen überreden lassen. Diesmal nicht. Das Umfeld hier in Hinwil ist zwar echt super, aber ich bin der falsche Mann für diese Mannschaft.

Wieso sind Sie der falsche Mann?
Die Mannschaft hat trotz der misslichen Tabellensituation Potenzial. Es liegt mehr drin, als das, was das Team zeigt. Es braucht wahrscheinlich aber eine andere Art Trainer. Einer, der mit dem Knüpel über die Spieler herzieht, eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber dem Spieler zeigt und so das Potenzial ausschöpft. Dafür bin ich aber der falsche Mann, denn ich bin kein oberflächlicher Trainer. Mir sind Dinge wie Harmonie innerhalb des Teams wichtig.

Und diese Harmonie war nicht vorhanden?
Die Mannschaft hat im Endeffekt auf verschiedene Arten nicht harmoniert. Das war in der vergangenen Saison schon ähnlich. Es ist keine Schande, wenn man aus der interregionalen Zweitliga absteigt. Es ist auch keine Schande, wenn man im Zweitliga-Tabellenkeller ist, denn das geht auch anderen Oberländer Vereinen so. Es war die Art und Weise, die mich störte. Da fragte ich mich schon, ob ich mir das noch antun muss. Es wurden Fehler mehrmals eingehend angesprochen, und im Spiel wurden dann genau diese Sachen wieder falsch gemacht. Irgendwann sagt man sich als Trainer, dass einer kommen soll, der herumschreit, wenn es auf die sanfte Tour nicht geht.

Wie gesagt, die Equipe hat Potenzial, und zehn Runden vor Schluss hat ein neuer Trainer noch genügend Zeit, um den Klassenerhalt zu schaffen. Er muss dies aber auf eine andere Art versuchen. Ich kann mich nicht verstellen. Sonst wäre ich auch nicht mehr glaubhaft.

Auffallend ist, dass in den drei Partien im neuen Jahr bereits vier Hinwil-Akteure vom Platz gestellt wurden. Zwei davon erhielten dirket die rote Karte. Hatte sich Ihre Mannschaft nicht unter Kontrolle?
Diese Kartenflut hatte sicherlich verschiedene Gründe. Es ist aber nicht so, dass ich von meinem Team verlangt habe, unfair zu spielen. Das Gegenteil trifft zu. Man muss sich vor Augen führen, dass wir in 11 von 14 Spielen Platzverweise zu verzeichnen hatten. Das ist eine unglaubliche Zahl und war mit ein Grund für meinen Entscheid. Das Sportliche war es nicht, denn der Sport ist nicht programmierbar. Das muss man akzeptieren können.

Was mir aber gegen den Strich geht, ist die Tatsache, dass ich mich für das Auftreten meiner Mannschaft schämen musste. Am Donnerstag hatten wir einen sehr guten Unparteiischen, und einer meiner Spieler flog dennoch wegen einer Schiedsrichterbeleidigung vom Platz ... Auch in der Hinrunde begingen meine Spieler diverse Tätlichkeiten oder Mätzchen. Und das ist nicht meine Handschrift.

Wir haben dieses Problem nach acht Platzverweisen in elf Hinrundenspielen in der Winterpause besprochen und wollten es verbessern. Und doch ging es im neuen Jahr im gleichen Stil weiter. Das kann ich nicht verstehen. Es ist nicht alles schlechter geworden in Hinwil, es hat sich sogar vieles verbessert. Aber dass diese Unbeherrschtheiten auf dem Platz nicht aufhörten, war inakzeptabel.

Vor dem Spiel in der Kabine sagten Sie als Trainer doch bestimmt, man solle sich nicht provozieren lassen und nichts gegenüber dem Schiedsricher sagen. Stiessen Sie demnach auf taube Ohren?
Ja, das war so. Vielleicht braucht es jemanden, der herumschreit. Diese Art Trainer bin ich nicht. Das kann und will ich auch nicht sein. Das wäre keine Basis. Ich möchte aber noch festhalten, dass ich Hinwil nicht im Groll verlasse. Überhaupt nicht. Aber für den Verein ist es wohl besser, wenn er die restlichen Saisonspiele mit einem neuen Verantwortlichen für die erste Mannschaft bestreitet.

Interview: Reto Kägi

Quelle:
© «Der Zürcher Oberländer» / «Anzeiger von Uster», Freitag, 23. April 2004.



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